Forum V – Gärten für geriatrische Einrichtungen

Ilse Copak - Garten für demenziell erkrankte Menschen



Größe:
Wenn möglich ca. 1.000 qm

Wegesystem:
Zusammenhängendes in sich untergliedertes Endloswegesystem, das alle Gartenbereiche erfahrbar macht

Wegebreite:
Je nach Größe und Charakter der Grünfläche zwischen 1,20 m - 2,00 m

Wegematerial:
Wege sollen sich eindeutig von der Umgebung abheben (Unterstützung der Lenkungsfunktion); keine großen Unebenheiten, nicht zu glatte Oberfläche (Vermeidung von Unfallgefahren), keine auffälligen Farb- und Materialwechsel im Wegebelag (Vermeiden von Unsicherheiten)

Ausbildung von Feuerwehrzufahrten oder Versorgungswegen zu Toren unauffällig in

Schotterrasen

Umgrenzung:
Zäune in Verbindung mit Hecken oder sonstigen Gehölzpflanzungen; möglichst zurückhaltend in der Gestaltung u.U. bei der Wahl der Einfriedung; Berücksichtigung von regional typischen Aspekten; unauffällige Einbindung von notwendigen Toranlagen.

Zugang zu Gebäuden:
Barriere frei direkt vom Wohn-/Eßbereich oder Wintergarten. Großzügige Fenster (Ausblick in den Garten). Deutlich erkennbare Ausgangstüren, möglichst zweiflügelig.

Sichtbezug vom Gebäude in die Außenanlagen:
Berücksichtigung der Ausblicke der Patientenzimmer in der Planung.

Terrasse:
Im Anschluss an den Ausgang; großzügig bemessen; sollte einen weiten Blick über den Garten ermöglichen; Anknüpfung an das Wegesystem; Sonnenschutz.

Wasser:
Sollte berührbar und hörbar sein. Ob Teich, Bachlauf oder Brunnen ist abhängig von der Größe und dem Charakter des Gartens,

Bepflanzung: erfüllt unterschiedliche Funktionen:
• Raumgliederung (Schaffung von Nischen und Rückzugsmöglichkeiten)
• Beitrag zur Orientierung (z.B. jahreszeitliche Orientierung)
• Anregung von Erinnerung
• Klimatische Ausgleichsfunktion
• Ästhetische Funktion.

Ausstattung:
mobile Bänke – möglichst aus Holz für zwei Personen; kleine Tische und bequeme Gartenstühle; bequeme Hochlehner; bequeme Gartenliegen; Polsterauflagen

Gartenhaus:
Zur Unterbringung von Gartenmöbeln und Gartengeräten, als zusätzliche Sitzmöglichkeit, als Anreizziel zur Erforschung des Gartens.

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Dr. Fritz Neuhauser
Gartentherapieprojekt/7-er Gart´l im Geriatriezentrum am Wienerwald

Die Gartentherapie ist Bestandteil des Gesamtprojektes "Palliative Geriatrie" in der Langzeitpflege am Pavillon VII. Die Gartenanlage wurde im Frühjahr 2000 fertiggestellt und steht auch den benachbarten Abteilungen und den Betriebskindergarten zur Mitbenutzung offen. In einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Ergo- und Physiotherapie und der aktiven Mitarbeit der Krankenpflege werden aktive und passive Angebote von Naturkontakt und Abwechslung im Freien sichergestellt.

Zentrale Anliegen sind die Hebung der Lebensqualität, Gesundheitsförderung, Förderung sozialer Kontakte und psychische sowie funktionelle Zielsetzungen.

Die Beschäftigung mit der Natur bietet vielfältige Anknüpfungspunkte und neue Pespektiven in einer Pflegeroutine, die oft noch stark mit Isolation und Hospitalismus einhergeht. Diese neuen Angebote bringen auch neue Aufgaben und Möglichkeiten auf Seiten der Betreuer und der Angehörigen.



Norwegisches Forschungsprojekt Geschlossene Gärten
Elisabeth Ellen Grefsröd

Therapeutische oder rehabilitierende Gärten sind schon seit dem Mittelalter Teil der Geschichte der Heilung. Derartige Gärten waren Bestandteil von Krankenhäusern, Hospizen, Rehabilitations-Zentren und – seit neuerer Zeit – auch von Pflegeheimen für ältere und schwache Menschen. Im vergangenen 20. Jahrhundert wurden die allgegenwärtigen psychologischen Möglichkeiten von Gärten vernachlässigt oder sogar geleugnet. Heute sind die therapeutischen Effekte von Gärten in der Pflegeeinrichtungen wieder gefragt als Teil der Behandlung von Patienten.

Aufgrund von verzerrter Wahrnehmung, Identitätsverlust und Verlust der Verbindung zur äußeren Welt, fühlen sich Patienten in Pflegeeinrichtungen oft desorientiert und verängstigt. Das Ziel von Therapiegärten ist es, ein unterstützendes Umfeld im Freiraum zu entwickeln in vVerbindung mit verschiedenen Pflegeangeboten. settings. Zum Beispiel kann die Möglichkeit sich im Garten aufzuhalten bei Demenzkranken Verhaltensprobleme, psychotische Symptome reduzieren sowie Stressoren abbauen. Außerdem verlangsamt sich das unerbittliche Forschreiten des Verfalls funktioneller Fähigkeiten und Fortgang der Krankheit. In meinem Vortrag werde ich einige erste Resultate unserer Evaluierung von acht therepeutischen Gärten für Personen mit Demenz in Norwegen vorstellen.