"Gartenarbeit als Methode des Empowerments für Menschen mit psychischer Erkrankung"

Diplomarbeit von Verena Schumann
FH Esslingen, Hochschule für Sozialwesen
Dezember 2004

Zusammenfassung:
Die Diplomarbeit zeigt auf, wie Gartenarbeit für Menschen mit psychischer Erkrankung unter sozialarbeiterischen Gesichtspunkten ein Rahmen und eine Ausgangsbasis für Empowerment-Prozesse darstellen kann.

Im Rahmen der Arbeit erfolgt eine eingehende Recherche zu Garthentherapieprojekten und entsprechenden Netzwerken. Hierzu wurden im Jahr 2004 verschiedene Projekte in Deutschland, sowie in England und Schottland besucht, Interviews und Gespräche mit Therapeuten, Sozialarbeitern, Gärtnern und Klienten geführt. Die Einrichtungen werden beschrieben, ihre verschiedenen Ansätze und Erfahrungen zusammengetragen sowie deren "Erfolgsrezepte" herausgearbeitet.

Es erfolgt eine Auswertung der Recherchen vor dem Hintergrund der Empowerment-Philosophie. Als "roter Faden" dienen die sieben zentralen Aufgaben und Merkmale eines Empowerment-Prozesses nach Franzkoviak. Für jede dieser Aufgaben und Merkmale wird unter sozialarbeiterischen Gesichtspunkten aufgezeigt, wie Gartentherapie einen Rahmen für diesen Prozess bieten kann. Zudem werden konkrete Handlungsmaßnahmen vorgestellt und zum Teil auch mit zahlreichen praxiserprobten Beispielen belegt.

Die Studie beinhaltet somit Grundlagen die das Bewusstsein über therapeutische Gärten als Ausgangsbasis für Empowerment-Prozesse schärft. Sie bietet Impulse für Initiativen und Einrichtungen und zeigt Möglichkeiten auf, die dabei helfen können therapeutische Gärten zu planen, zu erweitern, zu evaluieren und ihre Qualität zu sichern. Sie stellt dar, dass sie ein eigener, wertvoller und unverzichtbarer Bestandteil des (sozial-) psychiatrischen Hilfesystems sein können.

Nicht zuletzt stellt sie dar, wie ein Rahmen gegeben werden kann, in dem Klienten - im Sinne des Empowerment - aus der Rolle des "Betreuten" zum "Betreuer" heranwachsen können.



Gliederungsübersicht:
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Methode der Vorgehensweise

3. Der Empowerment-Gedanke
3.1 Leitgedanken für diese Arbeit
3.2 Geschichtliche Entwicklung des Empowerments
3.3 Empowerment in der sozialen Arbeit
3.4 Resümee: Empowerment zur Lebensbewältigung nach "Nullpunkterfahrungen"

4. Die Lebenswelt von Menschen mit psychischer Erkrankung
4.1 Krankheitsbilder
4.2 Lebenssituationen
4.3 Resümee:Lebenswelt von Menschen mit psychischer Erkrankung

5. Nachforschungen zum Thema Gartentherapie
5.1 Gartentherapie in Deutschland
5.2 Gartentherapie in England und Schottland

6. Ergebnisse: Gartenarbeit als Methode des Empowerments für Menschen
   -mit psychischer Erkrankung
6.1 Dimensionen der Empowermentprozesse
     Körperliche Gesundheit: Ausreichende Immunpotenziale des Körpers gegen Krankheitserreger und      Stressoren Aktive Vermeidung von Stressoren (ihnen "aus dem Weg gehen können") durch      Vorsorgeverhalten Intelligenz und geistige Flexibilität, um sich an Lebensbedingungen anpassen zu können,      oder sie ggf. aktiv zu verändern Die Verfügung über materielle Ressourcen zur Sicherung von Schutz,      Ernährung, Wohnung etc. Soziale Unterstützung in vielfältigen sozialen Netzwerken Soziale Integration und      aktive Teilnahme an Entscheidungs- und Kontrollprozessen, welche die eigene Lebensgestaltung betreffen      Sinnfälligkeit des eigenen Handelns und die Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz

6.2 Kritische Abschlussbetrachtung: ist soziales und therapeutisches Gärtnern tatsächlich Sozialarbeit?
7. Abschlussbetrachtung und Ausblick
8. Zusammenfassung

Weitere Informationen sowie ein Download der Diplomarbeit finden Sie unter:

http://www.landwaerts.de/gartentherapie/