Der Frühling

März / April / Mai

Es geht wieder so richtig los ! Jeder Gärtner beobachtet nun besonders aufmerksam die Zeichen der der erwachenden Natur und sehnt den kommenden Frühling herbei. Auch viele, der über den Winter ruhenden Gartengruppen beginnen nun wieder neu.... und es gibt auch viel zu tun. Vielfach ist es ja auch nun wieder einfacher, den Patienten für die Gartenarbeit zu aktivieren. Aber Achtung : Noch ist es die Zeit in der Spätfröste zu erwarten sind.


Arbeiten im Gewächshaus

Gemüse vorziehen
Die meisten unserer Gemüsesorten sind nicht frosthart und können somit erst Mitte Mai ausgepflanzt werden. Allerdings lassen sich viele dieser Pflanzen bereits ab Mai im Gewächshaus vorziehen.

Hierbei sind besonders die vielen Salat- und Kohlarten zu nennen. Aber auch Tomaten, Gurken oder Kürbisse sind dankbar für eine Vorkultur. Möchte man also Jungpflanzen vorziehen, so beginnt die Saison bereits Anfang April. Allgemeine Hinweise zur Aussaat und zum Pikierenfinden sie hier.


Sommerblumen vorziehen
Da die Vorkulturdauer einiger Sommerblumen bei nur 2 bis 3 Monaten liegt kann ab März mit der Anzucht dieser Arten begonnen werden. Da es oftmals bei der Arbeit mit Patienten von Vorteil ist, auf altbekannte Sorten zurückzugreifen, soll im Folgenden auch besonders auf die Anzuchtbedingungen dieser eingegangen werden.

Aussaaten ab März: Stockmalve(Alcea), Astern(Callistephus), Spinnenpflanze (Cleome), Zigarettenbäumchen (Cuphea), Schlafmützchen (Escholzia), Wicken(Lathyrus), Steinkraut (Lobularia), Jungfer im Grünen (Nigella), Studentenblume (Tagetes) oder Zinnien.

Aussaat ab April : Zierkohl (Brassica), Schmuckkörbchen (Cosmea), Strohblume (Helichrysum), Sonnenblume (Helianthus) , Bechermalve (Lavatera) und Kapuzinerkresse (Tropaoleum).

Die Temperatur im Gewächshaus für eine erfolgreiche Keimung sollte nun zwischen 14 und 20 Grad liegen. Werden diese Pflanzen dann getopft, ist bei dieser späten Kultur oftmals ein Topf mit einem Durchmesser von 8 cm ausreichend. Dieses bedeutet, daß man pro Quadratmeter Stellfläche zwischen 120 und 50 Pflanzen anziehen kann,je nachdem ob die Töpfe Topf an Topf oder mit Abstand stehen.

Für die beeits im Winter begonnenen Kulturen, wie Geranien, Begonien oder Fuchsien, die nun im 12cm Topf stehen kann man mit 50 bis 20 Pflanzen rechnen. Bei diesen Pflanzen steht nun die Pflege im Vordergrund. Im Gegensatz zum eher strukturiert , weil in festen Schemen, ablaufendem Topfen und Pikieren der Pflanzen, bedeutet diese Arbeit in der vermehrt reagiert werden muß. Dieses ist zwar von der körperlichen Anforderung her eher einfacher, verlangt ab ganz neue Qualitäten.

Zu den pflegenden Arbeiten zählen das regelmäßige Durchputzen sowie das Stutzen. Beide Arbeiten trainieren die Feinmotorik, die Auge-Hand-Koordination, sowie die Hand-Hand-Koordination. Da bei keiner dieser Arbeiten eine Pflanze vergessen werden darf, muß Einzelexemplar für Einzelexemplar - Reihe für Reihe vorgegangen werden. Auch dieses läßt sich gut therapeutisch einsetzen. Diese Handlungsqualität wird im Übrigen auch besonders stark beim Gießen der Pflanzen benötigt. Nicht umsonst hört man von Gärtnern immer wieder den Satz “Gießen ist eine Kunst”

Algemeine Hinweise zur Ausaat, zum Pikieren, zum Durchputzen und Stutzen sowie zum Topfen finden Sie hier.


Hochstämme anziehen
Aus den bereits zuvor angezogenen Pflanzen lassen sich hervorragend Büsche und Hochstämme anziehen. Dafür sind beispielsweise Margeritten, Fuchsien , aber auch stehende Geranien geeignet. Das Besondere am Umgang mit diesen Pflanzen ist es, daß sie im Gegensatz zur “Massenpflanze” in einer gewissen Weise “Persönlichkeiten” sind. Keine dieser Pflanzen wächst gleich, und die Formung fordert ständig neu Aufmerksamkeit und Pflege.Um Hochstämme zu bekommen , entfernt man regelmäßig die seitlichen Triebe und Knospen, bis der Stamm die gewünschte Höhe erreicht hat. Dann wird die Spitze gestutzt, und nun kann mit dem Aufbau der Krone begonnen werden.


Zwiebeln treiben
Noch bis in den April hinein können die zuvor im Herbst gesteckten Töpfe mit Narzissen, Tulpen, Hyazinthen oder Krokussen in das Gewächshaus geholt werden. Hier muß erst vorsichtig die Erde entfernt werden, dann lassen sich die Töpfe in der Wärme des Treibhauses treiben.


Arbeiten im Garten

Ein Gartenbuch anlegen
Wer es noch nicht hat, sollte nun damit beginnen : Ein Gartentagebuch. In dieses trägt die Gartengruppe oder der einzelne Patient sowohl die jeweilig ausgeführten Arbeiten ein, so wie dort auch Beobachtungen (“Sonnenblumen nächstes Jahr weiter auseinander säen”) und Ideen vermerkt werden. Ein solches Buch dient gut als Gedächtnisstütze zwischen den einzelnen Gartenterminen.


Arbeiten am Komposthaufen
Ein vorhandener Komposthaufen wird nun im März umgeschichtet. Dabei wird er gelockert und belüftet.


Das Hügelbeet aufarbeiten
Bei vielen Gartengruppen werden Hoch- und Hüglebeete genutzt. Da diese ihre besondere Wirkung aus einem Kompostkern beziehen, muß bei vorhandenen Beeten natürlich auch jener hin und wieder neu eingebracht werden. Dafür ist nun der richtige Zeitpunkt gekommen.


Pflege des Kräuterbeetes
Viele Gartengruppen beschäftigen sich mit der Anzucht von Gewürzen. Ob dieses nun auf Kräuterspiralen im Hochbeet oder in einem ganz normalen Beet geschieht. Hier beginnt nun mit dem März erneut die Arbeit. Bei mehrjährigen Gewürzen, wie Estragon, Liebstöckel oder Salbei können nun, falls dieses nicht bereits im Herbst gemacht wurde, die trockenen Triebe entfernt werden. Der Boden kann gelockert und Kompost und Dünger eingebracht werden. Oft sind auch bereits die ersten Unkräuter zu finden und entsprechend der jeweiligen Gartenphilosophie kann mit ihnen entsprechen umgegangen werden.

Ab April werden dann bereits einige Kräuter ausgesät, vorrausgesetzt immer man sorgt bei plötzlichen Frösten noch für entsprechenden Schutz.Zu diesen Kräutern gehört auch die immer benötigte Petersilie. Einige Gewürze wie Kerbel und Dill werden nun beginnend, monatlich gesät.So gibt es immer etwas zu ernten und für die Patienten der Gartengruppe werden Zeitabläufe deutlich.

Mit dem Mai ist dann die Zeit gekommen, in der einjährige Kräuter wie Borretsch und Bohnenkraut gepflanzt werden. Ebenso kann nun auch wieder geerntet werden. Allerdings gilt es noch ein wenig zurückhaltend zu sein. Von Kräutern wie Liebstöckl und Thymian, die jetzt austreiben,sollte nur sehr sparsam Blätter geerntet werden,da sonst das Wachstum zu stark behindert wird.


Gemüse anziehen
Auch wenn noch die Zeit der Spätfröste ist, so kann doch nach und nach auch draußen mit der Anzucht von Gemüse begonnen werden.

Ab Ende März können mancherorts frühe Sorten Gemüse ausgesät werden:Dazu zählen Kohl, Möhren, Rettich , einige Salatarten und Kartoffeln. Wenn es nochmal frosten sollte, müssen dann allerdings die Keimlinge beispielsweise mit Folien geschützt werden.

Wenn der März noch zu kalt gewesen sein sollte, um beispielsweise Spinat, Radieschen usw. auszusäen, sollte dieses auf April verschoben werden. Ab Ende April kommen nun u.a. Erbsen, Rote Rüben, Mairüben und Mangold hinzu .Von den vorgezogenen Pflanzen werden Kohlrabi und Kopfsalat nun im Freiland gepflanzt. Dann können die Frühkohlarten folgen.

Ab April können bei entsprechender Witterung ebenso Weißkohl, Rosenkohl, Wirsing und Rotkohl ausgesät werden.

Mit dem Mai geht es dann richtig los:Sie können jetzt Bohnen, Möhren, Kohl, Kohlrabi, Rettiche, Salate usw. aussäen.

Da viele Patienten mit dem oft sehr feinem Saatgut im Freiland Probleme haben, ist es zu überlegen, ob nicht im Einzelfall das sogenannte “pillierte “ Saatgut verwendet werden soll. Dieses sind Samenkörner, die einzeln, meist von einer Kalkschicht, ummantelt sind. Dadurch ist nicht nur der Keimerfolg höher, sondern sie sind auch leichter zu säen. Eine ähnliche Hilfe können auch Saatbänder oder “Samensticks” sein.


Sommerblumen direkt aussäen
Nachdem nicht mehr mit Frösten zu rechnen ist, also ab Mitte Mai ( und für Mutige: ab Mitte April) werden die Sommerblumen direkt ins Freiland gesät. Auch hier gibt es die Hilfe durch Saatbänder, Sticks oder pilliertes Saatgut. Besonders gut geeignet für die Direktsaat sind Studentenblume (Tagetes) ,Malve (Lavatera), Wicken, Ringelblumen und natürlich Sonnenblumen. Ein weiterer Vorzug dieser Pflanzen ist es, daß sie vielen, auch älteren Patienten bekannt sind. Gerade bei den Tagetes und den Sonnenblumen bringen viele Patienten schnell eigene Erfahrungen ein. Zu den Sommerblühern zählen auch viele Zwiebel-und Knollenpflanzen, wie Dahlien, Gladiolen oder Anemonen. Auch diese werden ab Mai in den Garten gesetzt. Bei Gladiolen kann dieses nun im 14-Tage-Rythmus erfolgen. Die so hintereinader gesteckten Pflanzen blühen im Folgendem dann auch einzeln hintereinander.


Blumen- und Staudenbeete vorbereiten
Ab März können bei entsprechender Witterung die Beete für den Sommer vorbereitet werden.

Der Winterschutz wird entfernt und die alten Triebe werden rechtzeitig vor dem Neuaustrieb zurückgeschnitten. Dann wird der Boden vorsichtig gelockert und eventuell Kompost oder Dünger eingearbeitet. Aber noch immer muss die Wetterlage beobachtet werden, um bei plötzlichen starken Spätfrösten die nun frei liegenden Austriebe zu schützen.

Bald können nun auch Neuanpflanzungen vorgenommen werden. Viele Stauden sind am besten im April zu pflanzen. Auch Rosen können noch bis Ende des Monats gepflanzt werden. Aber nicht nur der Spätfröste wegen ist das Wetter zu beobachten. Sollte es für längere Zeit trocken sein, sollten die Pflanzen bereits wieder gegossen werden. Dieses gilt natürlich besonders bei Neuanpflanzungen.

Ende Mai sind viele Stauden, beispielsweise Phlox, Steinkraut, Lupinen oder Glockenblumen bereits wieder verblüht. Wenn diese verblühten Teile nun direkt nach der Blüte wieder zurückgeschnitten werden, dann ist mit einer zweiten Blüte zu rechnen.


Rhododendron ausknipsen
Auch die frühen Rhododendren sind bereits verblüht. Auch hier ist ein Entfernen der alten Blüten sinnvoll . Dadurch wird die Pflanze an der Samenreife gehindert und blüht im nächstem Jahr besser. Dieses ist eine Arbeit die sowohl bezüglich eines funktionellen Training der Hände, als auch in Hinsicht auf Ausdauer und Konzentration einige Übungsmöglichkeiten bietet.


Gehölzschnitte
Einige Sträucher benötigen einen regelmäßigen Schnitt. Alte Äste werden entfernt und einige Sträucher ,wie der Schmetterlingsstrauch werden sogar regelmäßig sehr tief zurückgeschnitten. In Gebieten mit kalten Wintern ist als geeigneter Schnittzeitpunkt dabei das Frühjahr dem Herbst vorzuziehen. Dieser späte Schnitt ist dabei auch bei leicht frostgefährdeten Pflanzen , wie Rosen, Johanniskraut und Lavendel anzuraten.

Mit dem Austrieb im März oder April kann auch ein erster Schnitt bei geformten Hecken und Formbäumen vorgenommen werden.


Arbeiten für den Zimmergärtner

Ostersträuße erstellen
Eines der wichtigsten Ereignisse des Frühjahres ist das Osterfest. Eine gute Gelegenheit für floristische Aktivitäten. Aber auch der Muttertag, ein verspäteter Valentinstag, ja und vielleicht sogar der Karneval mit dem ROSENmontag können ein Ansporn dafür sein. Das Binden eines Straußes oder das Erstellen eines Gesteckes beinhalten sehr viele Übungssituationen sowohl bezüglich der notwenigen Motorik, der Kreativität, sowie auch der Handlungsplanung. Als besondere Qualität ergibt natürlich diese Arbeit aber noch ein besonders anregendes Endergebnis.


Zimmerpflanzen umtopfen
Wer seine Zimmerpflanzen aufmerksam beobachtet, erkennt nun auch an ihnen schon oft das beginnende Frühjahr in Form von wieder ergrünenden Blättern oder an neuen Knospen. Diese sind deutliche Zeichen, sich auch zu überlegen, ob das entsprechende Exemplar nicht umgetopft werden sollte. Erste notwendige Herausforderung ist hierbei das Herrichten des Arbeitsplatzes. Erde muß besorgt werden, ein entsprechender neuer Topf wird benötigt (Achtung : Tontöpfe vorher gründlich wässern !) und wichtig für den Zimmergärtner: Der Umtopfort muß vor Verschmutzung , beispielsweise mit Zeitungspapier geschützt werden. Dann kann die Arbeit Schritt für Schritt beginnen:

• 1. Schritt: Die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf nehmen.
•2. Schritt: Sowohl den Wurzelbereich, als auch den oberirdischen Teil auf kranke Teile kontrollieren und diese   entsprechend entfernen.
•3. Schritt: Den Wurzelbereich ein wenig locken.
•4. Schritt: Die Pflanze in den neuen Topf setzen
•5. Schritt: Die alten Ballen nun ringsherum mit neuer Erde verfüllen, anschließend einen oberen Gießrand   herstellen.
•6. Schritt: Das Ganze wieder abräumen und aufräumen.

Alle Arbeiten sind je nach Vorgabe sowohl notwendig zweihändig auszuführen, sowie sie auch mit nur einer Hand, bei entsprechender Sorgfalt möglich sind.

Gerade das Umtopfen ist im Übrigen sehr gut mit Führung durch den Therapeuten möglich. Hierbei kommt auch besonders der Tatsache Bedeutung zu, daß die Hände fast ständig mit Erde in Verbindung sind, was eine besonders gute Orientierung im Raum ermöglicht.


Tomaten auf der Fensterbank
Die Tomate ist wohl eine der Lieblingspflanzen der Hobbygärtner. Mitlerweile gibt es auch Sorten, die sich durchaus auch in der Wohnung ziehen lassen. Diese werden ab Mitte März in ein geeignetes Gefäß gesät und 2 bis 3 Wochen später in einzelne Töpfe pikiert.


Kakteen aussäen
Zu den Pflanzen die auch im Zimmer angezogen werden können, gehören auch die Kakteen. Dieses verwundert, gelten diese Pflanzen doch im Allgemeinem als eher schwierig. Aber dieses ist auch ein großer Vorteil, da ein Erfolg mit einer solchen vermeintlich schwierigen Kultur ein besonderes Erfolgserlebnis bedutet. Allerding sind die Arbeiten an der Kaktee mit sehr viel Feingefühl auszuführen. Und dieses betrifft nicht nur die Vorsicht beim Topfen, der Stacheln wegen, sondern macht sich auch schon bei der Aussaat bemerkbar, da das Kaktussaatgut oftmals sehr, sehr fein ist. Ebenso verhält es sich beim ersten Pikieren. Sollte der Patient allerding motorisch dazu in der Lage sein, so ist dieses nur ein weiterer Pluspunkt in Sachen Erfolgserlebnis.Die Aussat ist im Grunde bei geeigneten Bedingungen ganzjährig möglich, für den Zimmergärtner empfiehlt sich allerdings das Frühjahr.