Re: suche wegweiser ..und auch Ausbildung Gartentherapie


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Abgeschickt von Andreas Niepel am 01 September, 2007 um 16:18:31:

Antwort auf: suche wegweiser von Nastasja Mörschner am 31 August, 2007 um 12:26:31:

Hallo,

die letzten beiden Anfragen hier im Forum gingen ja im Grunde in die gleiche Richtung. Wie und auf welchen Wegen orientiere ich mich, wenn ich - wie hier beispielsweise als jemand aus dem Gartenbau - mich in Richtung Gartentherapie entwicklen möchte.

Ich würde , bevor ich mal versuche meine entsprechende Einschätzung mitzuteilen , noch eine andere Frage vorwegstellen : Jene nämlich, wie man denn , wenn man von der grünen Seite kommt , entdeckt, ob dieses auch wirklich eine Zukunftsoption für ist.
Denn dieses muss natürlich auch gesagt werden. Die therapeutische Arbeit ist keine leichte. Nicht ohne Grund ist das Phänomen des Burning Out Syndroms nirgendwo weiter verbreitet als im pflegerischen Bereich. Ausserdem erfordert ein therapeutisches Arbeiten eben auch mehr als ein manchmal wage geäußertes " Das tut doch irgendwie gut"- Es geht immer auch um Fragen der Einbindung, der interdisziplinären Arbeit der Indikation, der Intervention, der Dokumentation usw..

Genau aus diesem Grunde bietet beispielsweise die Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg schon seit einiger Zeit ein jährliches Seminar ( Gartentherapie- Therapiegarten) an, welches auch aus der Idee entstanden ist, so etwas wie einen ersten Einblick in dieses therapeutische Wirken zu geben.
Viele der bisherigen Teilnehmer sind anschließend auch dabei geblieben, haben sich ihren Weg zur Gartentherapie gesucht, andere aber haben es dann auch gelassen. Letztlich auch ein Ergebnis, welches in Ordnung ist, wenn es denn vor späterer Frustration bewahrt.

Wenn man sich aber dann für sich selbst dazu entschieden hat, diesen Weg zu gehen, dann ist es einerseits schwerer geworden , als noch vor Jahren, andererseits aber auch einfacher.

Schwerer deshalb, weil Gartentherapie mittlerweile durchaus ihren Weg in viele therapeutische Einrichtungen gefunden hat - Kurzum belächelt wird sie schon lange nicht mehr ( auch das gab es früher durchaus) Ja, es ist sogar so, dass Gartentherapie eine KTL (klassifizierte therapeutische Leistung) geworden ist. Es gibt mehr und mehr Träger und Organisationen , die bekenned hinter diesem Konzept stehen- Nur, all das ist eben auch eine Verpflichtung geworden. Dieses ist es, was ich als "schwerer geworden" meinte. Man sollte und muß mittlerweile schon wirklich ein gärtnerisches und therapeutisches Rüstzeugs mitgringen.

Aber gerade da ist es eben auch leichter geworden. Denn, wie ja auch auf dieser Website des Öfteren zu lesen war, ist es ja so, dass es seit dem letzten Jahr diese Möglichkeiten gibt.
Sowohl in Wien, wie auch in Saarbrücken existieren Studiengänge / Zertifikatsstudiengänge die berufsbegleitend belegt werden können. Des Weiteren existiert die berufsbegleitende Weiterbildung " Gärtenhelfen Leben" unter Federführung der Caritas Köln.

All diese Maßnahmen sind sicher inhaltlich hervorragend geeigent die entsprechenden Qualifikationen zu erlangen.

Damit kommt dann die letzte Frage - Jene nämlich, wie man dann mit diesen Qualifikationen zu einer Beschäftigung kommt.
Hier ist es halt noch immer so, dass es dabei noch eines großem Engagements des Einzelenen bedarf. Es gilt immer wieder neu einzelne Träger ( ALtenheime , Rehazentren etc.) von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen um dann in die Praxis zu gelangen. Dieses ist noch immer eine individuelle Sache ( Stellenausschreibungen für Gartentherapeuten finden sich noch immer nicht), für die es schwer ist, fertige Wege aufzuzeichenen.
Was aber wohl , auch mit einiger Überraschung festzustellen ist, ist jenes, dass die Bereitschaft der erwähnten Träger allerdings erheblich gewachsen ist. Es gibt sogar bereits Beispiele von entstandenen Verträgen, noch bevor die ersten Maßnahmen abgeschlossen sind.
Auf jeden Fall ist es so, dass man sich - entsprechend qualifiziert , eben selber besser positioniert, egal ob man von gärtnerischer oder von therapeutischer Seite kommt.

Dabei helfen mehr und mehr auch jene Institutionen , die all diese Maßnahmen organisieren oder unterstützen, angefangen vom ZVG , über die Bildungsstätte Grünberg , das Kuratorium Altershilfe, die ÖGG usw.
Ich erwähne das hier am Ende, weil ich denke, es ist mittlerweile nicht mehr unangemessen , auch einmal Mut zu machen. Würde ich diese Chancen nicht sehen, täte ich es nicht.

Aber vielleicht gibt es hier ja auch noch ganz andere Erfahrungen.

ich habe hier natürlich nur einen der Wege "vom Gärtner zum Therapeuten" beschrieben , habe beispielsweise die Möglichkeit der Umschulung ( bspw. zum Ergotherapeut) oder die Ausbildung zum Arbeitserzieher unerwähnt gelassen, aber ich glaube , dass diese Fragen auch eher in diese Richtung gingen.


grüße
Andreas Niepel




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